„Glaube wird dort lebendig, wo Menschen ihn gemeinsam gestalten.“
Am Montag, den 23. März 2026, lag schon früh am Morgen eine besondere Stimmung über dem Pausenhof der Grundschule Witzmannsberg. Noch vor Unterrichtsbeginn stapelte Karl-Heinz Fischböck aus Witzmannsberg große Kisten voller duftender Thujen und zarter Weidenkätzchen auf – Material, das er in den Tagen zuvor mit viel Einsatz im ganzen Ort gesammelt hatte. Schnell wurde spürbar: Hier sollte etwas ganz Besonderes entstehen.
Im Rahmen der Schulpastoral hatte Gemeindereferent und Religionslehrer Felix Sanftleben dazu eingeladen, gemeinsam mit allen Kindern die alte Tradition des Palmbuschenbindens als lebendige Fastenzeit-Aktion zu gestalten. Mit viel Engagement bauten die Klassenlehrerinnen verschiedene Stationen auf, die die Kinder neugierig und voller Tatendrang durchliefen.
Mit leuchtenden Augen, geschickten Händen und großer Begeisterung banden die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Palmbuschen. Es wurde gelacht, geholfen und stolz präsentiert – jeder Buschen ein kleines, persönliches Kunstwerk.
Der bewegende Höhepunkt folgte am Donnerstag, den 26. März, im Schulgottesdienst. Im Mittelpunkt stand Jesus – als ein ganz anderer König: nicht mächtig und erhaben, sondern nahbar, friedlich und den Menschen zugewandt. Die liebevoll gestalteten Palmbuschen wurden gesegnet, und die Kinder hörten, vom Einzug Jesu in Jerusalem, von jubelnden Menschen und von der Hoffnung, die in diesem Moment spürbar war.
Diese Freude wurde anschließend greifbar: In einer feierlichen Prozession zog die gesamte Schulfamilie von der Witzmannsberger Kirche zurück zur Schule. Mit ihren Palmbuschen in den Händen jubelten die Kinder voller Begeisterung – ganz so wie die Menschen damals.
Solche schulpastoralen Aktionen zeigen eindrucksvoll, wie wertvoll gelebte Traditionen sind. Sie schenken nicht nur Wissen über den Glauben, sondern schaffen echte Gemeinschaft, berühren Herzen und lassen spüren, wie viel Kraft in gemeinsamen Erlebnissen steckt. Für die Kinder wurde so erfahrbar: Glaube ist nichts Vergangenes – er lebt, verbindet und kann auch heute Freude und Hoffnung schenken.
Text/Fotos: F. Sanftleben



